Heilendes Yin Yoga

Für Euch gelesen: Heilendes Yin Yoga. Asanas & Akupressur wirksam kombiniert: Mit fernöstlicher Heilkunst die Yogapraxis vertiefen, von Friederike Reumann

Cover Heilendes Yin Yoga
Cover Heilendes Yin Yoga. Foto: Barbara Oberst

In ihrem Buch „Heilendes Yin Yoga“ verbindet Friederike Reumann die Haltungen des Yin Yoga mit der Akupressur, also dem Drücken bestimmter Energiepunkte am Körper. Für die Autorin, selbst Physiotherapeutin, Heilpraktikerin und Osteopathin mit zusätzlichen Ausbildungen in Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) und Yoga liegt diese Kombination nahe. Denn Yin Yoga verbindet bereits TCM mit Yoga. Die lange gehaltenen, passiven Asana sollen die tief liegenden Strukturen von Faszien, Bändern, Sehnen und Gelenken entspannen und so das Chi, also die Energie im Körper, harmonisieren. Über diese Grundlagen informiert die Autorin im ersten Drittel des Buches, bevor sie dann in 16 Grundhaltungen aus dem Yin Yoga einführt.

Im zweiten Drittel des Buches widmet sie sich ausführlicher der TCM, dem Energiesystem des Körpers, der Rolle der Akupressur hier und welche Techniken des Drückens es gibt. Dann greift sie die im ersten Kapitel eingeführten Haltungen auf und zeigt, welche Akupressurpunkte zum jeweiligen Asana gut passen. Dabei achtet Reumann einerseits darauf, welche Punkte gut erreichbar sind in der Haltung, andererseits darauf, dass die Wirkung des Akupressurpunktes zur Wirkung des Asana passen. Die Erklärungen sind dabei klar gegliedert in eine schriftliche Anleitung, in Fotos der Asana und in kleine Illustrationen, die den jeweils zu drückenden Punkt anatomisch verorten.

Im dritten großen Teil des Buches zeigt die Autorin Übungen gegen häufige Alltagsbeschwerden. Sie nennt jeweils eine Kombination aus Yin Yoga-Haltungen und passenden Akupressur-Punkten beispielsweise für Beschwerden im unteren Rücken oder bei Kopf- und Nackenschmerzen, bei Muskelschmerzen, Verdauungsstörungen oder bei Atembeschwerden. Zusätzlich zeigt sie, wie sich anhand eines „Yin- und Yang-Männchens“ eine individuelle Praxis aus Yin-Yoga-Haltungen und Akupressur-Punkten entwickeln lässt.

Auf den letzten Seiten des Buches beschäftigt sich die Autorin mit weitergehenden Techniken, um die Gesundheit zu fördern: Vitalpilze, Schröpfen, Tapen und Moxa (Beifuß verbrennen), wobei hier teilweise ein (in diesen Techniken kundiger) Partner nötig ist, der einem beispielsweise bei einer Schröpfmassage hilft.

Das gesamte Buch erinnert in seinem Tonfall an Soziale Medien. Die Leser werden mit „Du“ angesprochen, die Autorin stellt immer wieder Fragen und tritt so in einen fiktiven Dialog mit den Lesern ein. Ihre eigene Begeisterung für das Thema klingt in Ausrufezeichen und Wirkversprechen durch.

Fazit: Wer sich für Yin Yoga und TCM gleichermaßen interessiert, findet in diesem ansprechend gestalteten Buch viele Anregungen. Für Ungeübte ist es aber mitunter schwierig zu erkennen, ob sie den richtigen Akupressur-Punkt drücken. Gefährlich könnte es werden, wenn Laien – wie im Buch vorgeschlagen – im Wald selbst Vitalpilze sammeln und konsumieren.

Barbara Oberst

Trias Verlag 2022, 168 Seiten, 22,99 Euro, ISBN 978-3-432-11513-9

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